FC Maßnahmen zum Klimaschutz: Die Bayern und SGD 13


Stell dir einen alten Bilderrahmen vor, zum Beispiel von einem Flohmarkt oder vom Speicher. Genau dieser Rahmen wird zur Bühne für eine neue Botschaft. Der FC Bayern engagiert sich im Bereich Klimaschutz. Beim Upcycling wird statt etwas Neues zu kaufen Bestehendes weiterverwendet. Glas und Rahmen bleiben mit all ihren Gebrauchsspuren und Erinnerungen erhalten, doch das Bild darin wird komplett neu gestaltet. Entstehen soll ein Motiv, das die Bildsprache des FC Bayern aufgreift und neu interpretiert.

Wenn man abends an der Allianz Arena vorbeifährt, sieht man zuerst nur ein riesiges leuchtendes Stadion im Münchner Norden. Was man nicht sieht: Hinter der Lichtshow steckt eine ziemlich konsequente Klimastrategie des FC Bayern – festgeschrieben in der Nachhaltigkeitsstrategie „Mitnand“ und im dazugehörigen Bericht. Der Club beschreibt dort, dass er Klima- und Umweltschutz vor allem als Aufgabe versteht, die eigenen Treibhausgas-Emissionen zu senken, und dafür systematisch seinen CO₂e-Fußabdruck berechnet. Für die Saison 2021/22 lag dieser für den gesamten Verein – also AG, e.V. und Basketball GmbH – bei 75.966,26 Tonnen CO₂e, Grundlage ist das Greenhouse Gas Protocol. Dieses Zahlenwerk ist kein Selbstzweck, sondern die Basis, um Reduktionspotenziale zu finden und Maßnahmen zu steuern.

Am sichtbarsten wird das beim Stadion selbst. Seit 2006 ist die Allianz Arena EMAS-zertifiziert und verpflichtet sich damit, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Ein zentraler Hebel ist das Thema Energie. 2015 wurde die komplette Außenfassade auf LED-Technik umgestellt – laut einem Bericht der Abendzeitung spart das rund 60 Prozent Energie im Vergleich zur alten Beleuchtung. Gleichzeitig arbeiten die Bayern daran, den Strom so sauber wie möglich zu beziehen: Geschäftsstelle an der Säbener Straße, FC Bayern Campus und Allianz Arena laufen laut demselben Bericht zu 100 Prozent mit Ökostrom. Parallel dazu baut der FC Bayern schrittweise eigene erneuerbare Erzeugung auf. Arena-Geschäftsführer Jürgen Muth verweist darauf, dass seit 2019 eine große Photovoltaik-Dachanlage mit 850 kWp auf dem Gästeparkhaus der Allianz Arena in Betrieb ist und eine weitere Anlage ähnlicher Größe im Eingangsbereich Süd geplant ist. Dazu kommen zwei PV-Anlagen an der Säbener Straße und eine am Campus. Im Nachhaltigkeitskonzept tauchen diese Projekte unter dem Handlungsfeld „Energie & Wasser“ auf: Ressourcenverbrauch – Treibstoff, Licht, Wärme, Wasser, Strom – soll zunächst reduziert, danach der Anteil erneuerbarer Energien wie Solarstrom erhöht werden.

  • Fanszene: Logo Instagram

Ein besonders spannender Baustein ist die Wärmeversorgung. In der Arena wird die Rasenheizung seit 2022 über eine Wärmepumpe betrieben; allein im ersten Jahr wurden damit laut Abendzeitung 750.000 Kilowattstunden Energie eingespart. Weitere Wärmepumpen sollen folgen, sowohl im Stadion selbst als auch an der Säbener Straße. Damit wird ein klassischer „Energie-Klima-Klotz“ – Wärme aus fossilen Brennstoffen – Schritt für Schritt auf eine erneuerbare Basis gestellt.

Klimaschutz endet für den FC Bayern aber nicht bei Strom und Wärme. Im Nachhaltigkeitsbericht und auf der Klimaseite findet sich ein eigener Block zu „Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft“. Für die Saison 2022/23 hat der Verein an seinen drei Hauptstandorten – Allianz Arena, Säbener Straße, Campus – eine ausführliche Analyse des Abfallmanagements erstellt, um auf dieser Grundlage das Konzept weiterzuentwickeln und möglichst viel in Kreisläufe zurückzuführen. Das wirkt auf den ersten Blick weniger spektakulär als eine leuchtende Fassade, ist aber für die tatsächliche Klimabilanz wichtig: weniger Restmüll, bessere Trennung, mehr Verwertung.

Ein anderes Kapitel im Nachhaltigkeitsbericht ist der Schutz der Biodiversität. Am FC Bayern Campus gibt es ein eigenes Biotop, das der Verein auf seiner Klimaseite als Beispielprojekt erwähnt. Was das konkret heißt, beschreibt erneut die Abendzeitung: Auf dem Gelände an der Ingolstädter Straße liegen rund sechs Hektar Naturschutzfläche; in diesem „Bayern-Biotop“ werden artenreiche Kalk-Magerrasen wiederhergestellt und sensible Arten der Heidelandschaft geschützt und gefördert. Der Club betont, dass er dort gewonnene Erkenntnisse auf andere Standorte übertragen will – Klimaschutz und Artenschutz werden so zusammen gedacht.

Rund um die Arena spielt außerdem klimafreundliche Mobilität eine Rolle. Direkt vor dem Stadion gibt es einen HPC-Ladepark für E-Trucks und E-Busse, den der FC Bayern gemeinsam mit MAN eingerichtet hat. Das ist als Infrastrukturprojekt interessant, weil es nicht nur dem eigenen Betrieb nutzt (zum Beispiel für Mannschafts- oder Shuttlebusse), sondern auch als Angebot für Dritte fungiert – und damit das Umfeld des Stadions elektrifiziert.


  • Fanszene: Logo Instagram

Dieses Upcycling-Projekt lässt sich mit wenig Aufwand umsetzen. Am Computer entsteht ein neues Design, das sich optisch an Anmutung und Stil des FC-Bayern-Logos orientiert, aber Inhalte wie Energieeinsparung, Ökostrom und umweltfreundliche Mobilität in den Mittelpunkt stellt. Ergänzt werden kann das Motiv durch einen Wimpel im Look eines Kulttrikots, auf dem etwa „Mitnand fürs Klima“ oder ein ähnlicher Slogan steht. Danach heißt es nur noch: Gestaltung ausdrucken, zuschneiden und in den alten Rahmen einsetzen – so wird aus einem einfachen Dekostück ein sichtbares Statement für Klimaschutz im Fußballalltag.


Du willst immer über die neusten Geschichten informiert sein? Dann folge uns!

Upcycling-Design >Schlagfertig!< inspiriert von der Tennisspieler Billie Jean King

Billie Jean King: Revolution der Tennis-Welt

Es gibt Objekte, die mehr erzählen, als man ihnen auf den ersten Blick ansieht. Ein alter Tennisschläger etwa: abgenutzt, vielleicht schon Jahrzehnte alt, längst aus dem Spiel genommen. Doch genau hier beginnt die Geschichte des Designobjekts >Schlagfertig!<. Ein Upcycling-Projekt, das sportliche Leidenschaft, gesellschaftliche Haltung und kreative Nachhaltigkeit verbindet. Es ist inspiriert von einer Frau, die den Tennissport – und weit darüber hinaus – revolutionierte: Billie Jean King.

Billie Jean King wurde 1943 als Billie Jean Moffitt in Long Beach, Kalifornien geboren. Ihre ersten Erfahrungen mit dem Tennissport sammelte sie nicht in einem eleganten Country Club, sondern auf öffentlichen Hartplätzen in ihrer Heimatstadt. Ihre Eltern konnten sich keine Clubmitgliedschaft leisten – also brachte sie sich das Spiel unter einfachen Bedingungen selbst bei. Später sagte sie, genau das habe ihr geholfen, sich durchzubeißen. Schon als Kind fühlte sie sich ausgegrenzt, wusste aber: Wenn sie an sich glaubt, verdient sie auch Respekt – und den wollte sie sich hart erarbeiten.

Mit nur 17 Jahren gelang ihr 1961 der internationale Durchbruch. Gemeinsam mit Karen Hantze gewann sie das Damen-Doppel in Wimbledon – sie waren das jüngste Siegerinnen-Duo in der Geschichte des Turniers.

In den Jahren 1966 bis 1968 gewann Billie Jean King dann dreimal hintereinander den Einzeltitel in Wimbledon. 1968, im ersten Jahr der sogenannten Open Era, in dem auch Profis bei Grand-Slam-Turnieren antreten durften, wurde sie die erste weibliche Siegerin von Wimbledon. Trotz ihrer sportlichen Leistungen wurde sie jedoch nicht mit dem gleichen Respekt behandelt wie ihre männlichen Kollegen. Sie erkannte früh, dass Frauen im Tennis systematisch benachteiligt wurden – doch statt sich damit abzufinden, entschied sie sich, dagegen anzukämpfen.

1970 schloss sie sich mit acht weiteren Tennisspielerinnen zur Gruppe der „Original 9“ zusammen. Gemeinsam protestierten sie gegen die massive Ungleichbezahlung im Profitennis und unterschrieben symbolisch Verträge über jeweils einen Dollar, um ein eigenes Turnier zu gründen. Daraus entstand später die Virginia Slims Tour – der Grundstein der heutigen Women’s Tennis Association (WTA).


  • Billie Jean King: Frauen bekommen nur Aufmerksamkeit, wenn sie sich bewähren

Drei Jahre später, 1973, folgten entscheidende Schritte: Billie Jean King gründete die WTA und sorgte noch im selben Jahr dafür, dass die US Open als erstes Grand-Slam-Turnier Männern und Frauen das gleiche Preisgeld zahlten. Im selben Jahr trat sie auch zum „Battle of the Sexes“-Match gegen Bobby Riggs an. Riggs, ein ehemaliger Wimbledon-Champion, behauptete öffentlich, dass keine Frau ihn schlagen könne – selbst im Alter von 55 Jahren. Vor 30.000 Zuschauern im Stadion und rund 90 Millionen vor den Bildschirmen besiegte King ihn souverän in drei Sätzen. Als ironischer Kommentar auf den Sexismus, dem sie im Sport immer wieder begegnete, ließ sie sich vor dem Match in einer Sänfte von muskelbepackten Männern ins Stadion tragen.

Auch in ihrer späten Karriere blieb sie erfolgreich, kämpfte aber zunehmend mit Knieproblemen. 1981 wurde sie gegen ihren Willen öffentlich geoutet, als eine ehemalige Assistentin ihre langjährige Beziehung publik machte. Viele Sponsoren wandten sich von ihr ab – doch anstatt sich zurückzuziehen, begann sie offen über ihre Sexualität zu sprechen. Sie wurde zu einer wichtigen Stimme für die LGBTQ+-Community und fand auf lange Sicht auch dafür großen Respekt.

In ihren späteren Jahren wurde sie für ihre sportlichen und gesellschaftlichen Leistungen vielfach geehrt. 2006 benannte der US-Tennisverband das USTA National Tennis Center in New York, Austragungsort der US Open, nach ihr – ein Zeichen der Anerkennung für ihre Verdienste um den Tennissport. 2009 verlieh ihr US-Präsident Barack Obama die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten. In ihrer 2021 veröffentlichten Autobiografie All In spricht Billie Jean King offen über ihre Kämpfe mit Identität, Ruhm und dem ständigen gesellschaftlichen Druck – und zeigt dabei, dass ihr Engagement weit über den Tennisplatz hinaus Wirkung entfaltet hat.


  • Grafik: Instagram-Logo, klickbar zum Profil

Das Upcycling-Projekt >Schlagfertig!< greift die Geschichte von Billie Jean King auf. Ein alter Holz-Tennisschläger – wie ihn King einst benutzte – wird hier nicht entsorgt, sondern transformiert. Er verliert seine ursprüngliche Funktion, gewinnt dafür eine neue Bedeutung: vom Sportgerät zum Symbol für Selbstbestimmung und Kreativität.

Der Prozess ist einfach, aber wirkungsvoll: Die alte Bespannung wird entfernt, der Rahmen gereinigt und ein Stück Holz zurecht gesägt und in die Öffnung eingesetzt. Dieses Holz wird mit Tafelfarbe gestrichen, sodass es zu einer beschreibbaren Fläche wird. Darauf findet eine inspirierende Botschaft Platz. Ein Spiegel oberhalb der Botschaft rundet das Design ab. So entsteht ein Objekt, das nicht nur schön anzusehen ist, sondern täglich daran erinnert, dass Wandel möglich ist – im Design, im Denken, im Leben.


Du willst immer über die neusten Geschichten informiert sein? Dann folge uns!

>Streich< ein Designobjekt das von der Gallionsfigur des Freiburger Fußballs inspiriert ist

Christian Streich: Webweiser für junge Talente!

Inspiration für das Design ist die Einzigartigkeit des Sportclubs Freiburg, die insbesondere durch Christian Streich verkörpert wird. Freiburg ist eine Stadt, in der viel Fahrrad gefahren wird. Viele Fans kommen mit dem Fahrrad zum Stadion. Auch Christian Streich ist begeisterter Fahrradfahrer. Während andere Bundesliga-Trainer mit Limousinen oder Chauffeur anreisen, fährt Streich am liebsten mit seinem Fahrrad durch die Stadt. Es ist nicht nur sein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein Symbol seiner Bodenständigkeit. Nach seiner aktiven Karriere hat Christian streich sogar mal ein Praktikum in einer Fahrradwerkstatt gemacht.

Christian Streich, der als eine prägende Persönlichkeit im deutschen Fußball gilt, wuchs im kleinen Dorf Eimeldingen auf. Schon in jungen Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für den Fußball. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Talenten zeichnete sich Streich nicht durch übermäßige technische Raffinesse aus, sondern durch seinen unermüdlichen Einsatz und seine Ausdauer. Als Spieler setzte er auf Fleiß und Beständigkeit, anstatt sich allein auf Talent zu verlassen.

Sein Weg führte ihn in die Stadien des Landes, wo er für Vereine wie den FC 08 Homburg, die Stuttgarter Kickers und den SC Freiburg spielte. Doch trotz seiner Erfolge auf dem Platz bemerkte er bald, dass es mehr gibt als Tore und Punkte. So entschloss er sich, seinen Horizont zu erweitern, holte sein Abitur nach und begann zu studieren. Diese Entscheidung eröffnete ihm eine neue Perspektive auf das Leben und den Fußball.

Nach seiner aktiven Zeit als Spieler fand Christian Streich seine wahre Berufung: Er wurde Trainer und widmete sich der Ausbildung junger Spieler beim SC Freiburg. 1995 übernahm er die U19-Mannschaft des Vereins und prägte sie durch eine klare, disziplinierte Trainingsarbeit. Er achtete auf jedes Detail: Jeder Pass musste präzise sein, jeder Laufweg durchdacht. Dabei stand er seinen Spielern gegenüber, gab klare Anweisungen, motivierte sie und sorgte dafür, dass alle Übungen effizient und konzentriert durchgeführt wurden.

Für Streich war Fußball immer mehr als ein Spiel. Er vermittelte seinen Schützlingen nicht nur technische und taktische Feinheiten, sondern auch Werte wie Respekt, Verantwortung und Fairness. Er war davon überzeugt, dass wahrer Erfolg nicht nur auf dem Platz, sondern auch im persönlichen Wachstum jedes Einzelnen zu finden ist. Seine Spieler sollten nicht nur sportlich ihr Bestes geben, sondern auch in der Schule, im Umgang mit Freunden und in der Familie Verantwortung übernehmen. Diese Philosophie prägte Generationen von Talenten, die unter ihm heranwuchsen.

Seine Arbeit im Jugendbereich machte ihn als Trainer immer bekannter. 2007 wurde er Co-Trainer des SC Freiburg und blieb auch in dieser Rolle seinen Prinzipien treu.

2012 trat er die Position des Cheftrainers an – eine Rolle, die es ihm ermöglichte, seine Philosophie auf die größte Bühne zu bringen. Neben dem klassischen Training war sein Alltag geprägt von organisatorischer Arbeit und intensiver Zusammenarbeit mit seinem Team. Streich stellte sicher, dass jedes Training präzise geplant und jedes Spiel sorgfältig analysiert wurde. Individuelle Förderung der Spieler war für ihn essenziell.

Besonderen Wert legte er auf Teamarbeit. Er pflegte enge Beziehungen zu seinen Assistenten, den Spielern und dem gesamten Staff. Während der Spiele traf er taktische Entscheidungen, motivierte seine Mannschaft und sorgte für eine klare Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Ihm war es wichtig, nicht nur als Trainer, sondern auch als Teamleiter und Organisator zu agieren – ein zentraler Bestandteil seines Erfolgs.


  • Christian Streich: Wir müssen nicht gewinnen

Auch die Medienarbeit war Teil seines Lebens als Trainer. Zwar schien er den Umgang mit den Medien nicht immer zu genießen, doch er wusste, dass sie eine Möglichkeit boten, seine Werte und Botschaften zu verbreiten. Streich blieb stets souverän und hielt an seinen Prinzipien fest, selbst wenn Journalisten versuchten, ihn auf dünnes Eis zu locken. Er beobachtete aufmerksam die Entwicklungen im Fußball und in der Gesellschaft, da er Fußball nie nur als Spiel, sondern als Spiegel der Gesellschaft betrachtete.

Besonders während der Flüchtlingskrise zeigte Christian Streich Haltung und setzte sich öffentlich für Mitgefühl und Offenheit ein. Er betonte, wie wichtig es sei, Geflüchteten mit Verständnis und Unterstützung zu begegnen. Auch in anderen schwierigen Zeiten nahm er Stellung, etwa gegen die politische Instrumentalisierung tragischer Ereignisse. Innerhalb des Fußballs verteidigte er Spieler, die in emotionalen Momenten Fehler begingen, weil er wusste, dass jeder Mensch unter Druck Fehler machen kann.

Bald wurden viele seiner Aussagen aus Pressekonferenzen in der Freiburger Stadtgesellschaft diskutiert und prägten das Image des Vereins.

Für Christian Streich ging es immer um mehr als nur den Sport. Er wollte Menschen prägen, Werte vermitteln und Verantwortung übernehmen – auf dem Platz und im Leben. Diese Menschlichkeit und sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn machten ihn zu einer herausragenden Figur im Fußball.

Obwohl er heute nicht mehr als Trainer aktiv ist, lebt sein Vermächtnis weiter. In den Herzen der Spieler, die er geformt hat, und der Menschen, die von seiner Philosophie inspiriert wurden, bleibt Christian Streich eine Persönlichkeit, die gezeigt hat, dass wahre Größe nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch im Leben erreicht wird.


  • Fanshop: Kickpot 2.0

Ein kaputter Fahrradschlauch wurde in der Fahrradwerkstatt des Vertrauens gefunden. Kunstlederabfälle gab es in einer Sattlerei. Flexschlauch, Kabelbinder und Farbe wurden für wenige Euro im Baumarkt gekauft. Es wurde harzhaltige Farbe verwendet, da diese die Form des Balles stabilisierte. Bei der harzhaltigen Farbe musste besonders auf Nachhaltigkeit geachtet werden, um sicherzustellen, dass sie möglichst schadstofffrei ist. Informationen dazu konnten im Internet recherchiert oder beim Verkäufer erfragt werden.

Der Ball wurde entlang einer horizontalen Linie gerade aufgeschnitten. Mit einem Stift und einem Blumentopf war zuvor die Linie eingezeichnet worden. Die Blase im Inneren des Balls wurde entfernt. Anschließend wurde das Innere des Balls nach außen gewendet und der Ball bemalt.

Ein passendes Stück Flexschlauch wurde abgeschnitten. Der Flexschlauch wurde an der Unterseite mit einem Dremel geöffnet, sodass er über die Kante gestülpt werden konnte. Anschließend wurde ein Stück vom Schlauch sowie ein kleines Stück Leder abgeschnitten. Nachdem der Flexschlauch über den Rand gestülpt worden war, wurden die Löcher für die Kabelbinder markiert. Danach wurde der Flexschlauch wieder abgenommen und die Löcher mit der Lochzange gestochen. Anschließend wurde der Flexschlauch erneut über den Rand gestülpt, und der Fahrradschlauch sowie das Lederstück wurden wie gewünscht angelegt. Schließlich wurde der Rand mit den Kabelbindern fixiert.

Heute, nach vielen kreativen Stunden und unzähligen Ideen, ist aus vermeintlichem Abfall etwas völlig Neues entstanden. Das Upcycling-Projekt hat nicht nur alten Materialien ein zweites Leben geschenkt, sondern auch gezeigt, wie viel Potenzial in Dingen steckt, die oft vorschnell entsorgt werden. Es ist mehr als ein nachhaltiger Ansatz – es ist eine neue Art des Denkens.

Du willst immer über die neusten Geschichten informiert sein? Dann folge uns!

FC Geschlechter Gleichheit: St. Pauli-Spirit trifft SDG 5


Ein alter Bilderrahmen, vielleicht vom Flohmarkt oder aus Omas Wohnung, wird zur Bühne für ein neues Statement: „FC Geschlechter Gleichheit“. Statt ein neues Poster zu kaufen, wird ein vorhandener Rahmen upgecycelt – das Glas bleibt, der Rahmen erzählt seine Geschichte weiter, aber das Bild darin wird komplett neu gedacht: ein Design, das die braun-weiße Ästhetik des FC St. Pauli mit Symbolen für Geschlechtergerechtigkeit und dem Sustainable Development Goal 5 (Geschlechtergleichheit) verbindet.

Der FC St. Pauli hat gemeinsam mit der Organisation Pinkstinks ein klares Regelwerk gegen Sexismus in der Stadionkommunikation entwickelt. Werbung, die Menschen als sexuelle Objekte darstellt oder ihnen starre Geschlechterrollen zuschreibt, soll im Millerntor-Stadion keinen Platz haben. Damit sendet der Verein ein deutliches Signal: Fußball und Fan-Kultur sollen Orte sein, an denen sich alle Menschen respektiert fühlen – unabhängig von Geschlecht oder Geschlechtsidentität.

Zur Förderung von Geschlechtergleichheit gehört auch, dass Frauen- und Mädchenfußball sichtbar und ernst genommen wird. Beim FC St. Pauli ist der Frauenfußball fest im Verein verankert; das Frauenteam spielt in der Regionalliga Nord und steht für ein selbstbewusstes, eigenständiges Verständnis von Fußball jenseits klassischer Männerdominanz. In Kooperationen, Touren und Aktionen – etwa Kampagnen unter dem Motto „Football has no gender“ – wird gezielt auf Gleichberechtigung im Fußball aufmerksam gemacht und die Rolle von Frauen im Profisport gestärkt.

  • Fanszene: Logo Instagram

Rund um das Millerntor sorgt ein ausgebautes Awareness-Konzept dafür, dass Diskriminierung – darunter Sexismus und sexualisierte Grenzverletzungen – nicht einfach hingenommen wird. Fan-initiierte Gruppen wie der AK Awareness sowie das vereinsseitige Awareness-Team „Paulin“ sind an Spieltagen vor Ort ansprechbar, unterstützen Betroffene, vermitteln Rückzugsräume und setzen auf Sensibilisierung. Die starke Fankultur von St. Pauli, die sich klar gegen Sexismus, Rassismus und Homophobie positioniert, bildet dafür den Rückhalt.


  • Fanszene: Logo Instagram

Das Upcycling-Design lässt sich mit einfachen Mitteln umsetzen. Am Bildschirm habe ich ein Logo gestaltet, welches das Look und Feel des St.Pauli logos aufgreift. Ein Wimpel im Stil eines Kulttrikots rundet das Design ab. Anschließend das Deisg ausdrucken und in einen Bilderrahmen einpassen.


Du willst immer über die neusten Geschichten informiert sein? Dann folge uns!

>Saubermann< ist Upcycling inspieriert durch Neven Subotić

Neven Subotic: Sauberes Trinkwasser für alle! Im Sinne der Nachhaltigkeit im Fußball

Neven Subotić steht nicht nur für Fairplay auf dem Fußballplatz, sondern auch für Verantwortung jenseits des Sports. Mit seiner Stiftung setzt er sich für sauberes Trinkwasser und bessere Lebensbedingungen in Ostafrika ein – und inspiriert zugleich zu einem bewussteren Umgang mit Ressourcen. Das haben wir uns als Vorbild genommen für das >Saubermann< Upcycling-Design.

Neven Subotić wurde am 10. Dezember 1988 in Banja Luka, im damaligen Jugoslawien, geboren. Aufgrund der politischen Unruhen in der Region zog seine Familie 1990 nach Deutschland, wo sie sich in Schömberg, Baden-Württemberg, niederließ. Dort begann Subotić im Alter von sieben Jahren beim TSV Schwarzenberg mit dem Fußballspielen. 1999 emigrierte die Familie in die USA, um einer drohenden Abschiebung zu entgehen. In den Vereinigten Staaten setzte Subotić seine fußballerische Entwicklung fort und spielte für verschiedene Jugendvereine sowie die U17- und U20-Nationalmannschaften der USA.

2006 kehrte Subotić nach Deutschland zurück und begann seine Profikarriere beim 1. FSV Mainz 05. Nach einer erfolgreichen Saison wechselte er 2008 zu Borussia Dortmund, wo er bis 2018 spielte. Mit dem BVB gewann er zweimal die Deutsche Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal. Anschließend führte ihn seine Karriere zu Vereinen wie dem 1. FC Köln, AS Saint-Étienne, 1. FC Union Berlin, Denizlispor und dem SCR Altach.


  • Fanszene: Logo Instagram

Im Jahr 2012 gründete Subotić die Neven-Subotić-Stiftung, um Menschen in Ostafrika Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene zu ermöglichen.

Die Stiftung konzentriert sich insbesondere auf den Bau von Trinkwasserbrunnen und Sanitäranlagen in Äthiopien, um die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort nachhaltig zu verbessern.

Stiftung in „well:fair foundation“ umbenannt. Die Namensänderung spiegelt das erweiterte Engagement der Stiftung wider, das neben Wasserprojekten auch Bildungsinitiativen umfasst.

Seit dem Ende seiner aktiven Fußballkarriere im Jahr 2022 widmet sich Subotić verstärkt seiner Stiftung und setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein. In Zusammenarbeit mit der Journalistin Sonja Hartwig veröffentlichte er 2022 das Buch „Alles geben. Warum der Weg zu einer gerechteren Welt bei uns selbst anfängt“, in dem er seine persönlichen Erfahrungen und sein Engagement für eine gerechtere Welt schildert.


  • Fanshop: nachhaltiger Fußball

Ein alter, kaputter Fußball muss nicht auf dem Müll landen. Mit etwas Kreativität und Geschick lässt er sich in ein einzigartiges Upcycling-Projekt verwandeln. In diesem Beitrag stellen wir eine clevere und nachhaltige Idee vor, die besonders Fußballfans begeistern wird. Ein alter oder kaputter Ball muss nicht im Müll landen – mit ein wenig Kreativität lässt er sich in einen einzigartigen Blumentopf verwandeln. Der erste Schritt besteht darin, einen geeigneten Ball zu besorgen. Vielleicht findest du noch einen alten Ball im Keller oder in der Garage. Falls nicht, lohnt sich ein Besuch auf dem Flohmarkt, wo kaputte Bälle oft für weniger als einen Euro zu haben sind. Zusätzlich benötigst du ein scharfes Messer oder eine Schere zum Aufschneiden, Acrylfarben oder wetterfeste Sprühfarbe zum Gestalten sowie eine Pflanze mit passender Erde oder einen kleinen Blumentopf. Im zweiten Schritt wird der Ball vorbereitet. Schneide mit einem Cutter-Messer oder einer stabilen Schere eine Öffnung in den Ball. Nutze den Blumentopf um die Öffnung vorzuzeichnen. Falls die Außenseite des Balls stark beschädigt ist, kannst du ihn umstülpen, sodass die Innenseite nach außen zeigt. Nun geht es ans kreative Gestalten: Bemale den Ball mit Acrylfarben oder besprühe ihn mit wetterfester Farbe. Hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt – von bunten Mustern bis hin zu schlichten Designs ist alles möglich. Sobald die Farbe vollständig getrocknet ist, kannst du die Pflanze einsetzen. Entweder setzt du einen kleinen Blumentopf in den Ball oder füllst ihn direkt mit Erde und pflanzt Kräuter, Blumen oder Sukkulenten ein.

Du willst immer über die neusten Geschichten informiert sein? Dann folge uns!

Crowdfunding: Projekte partizipativ finanzieren

Secondhand: Sparschwein vor Fußballstadion

Nachhaltige Lösung für alle Sportler

Jede:r Athlet:in, jede Mannschaft und jeder Verein sollte unabhängig von Sportart oder Level faire und gleiche Möglichkeiten haben, seiner Leidenschaft zu folgen, ohne dabei auf finanzielle Hindernisse zu stoßen. Eine nachhaltige, selbstbestimmte und effektive Möglichkeit dieses Ziel zu erreichen, ist Crowdfunding.

Aufklärung: Was ist Crowdfunding?

Crowdfunding ist ein demokratisches und unbürokratisches Tool, um Projekte zu finanzieren. Gleichzeitig ist es möglich mit ihm die Mitgliederakquise zu fördern . Crowdfunding wird zu Deutsch mit „Schwarmfinanzierung“ übersetzt und heißt, dass man mit einer Vielzahl von Menschen (crowd / Schwarm) ein Vorhaben finanziert (funding / Finanzierung). Mittels deiner selbst gestalteten Projektseite aktivierst du Fans, Freund:innen, Bekannte und Unternehmen, um deine Idee finanziell zu unterstützen. Sie können hierzu entweder frei spenden oder angebotene Prämien erwerben.

Für was kann ich konkret Crowdfunding nutzen?

Einsatzmöglichkeiten von Crowdfunding

Crowdfunding kann eine aktive Säule in deinem Finanzierungsmix bilden. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Zum Beispiel kannst du eine Kampagne starten für:

  • Die Finanzierung des Eigenanteils für größere Förderprojekte
  • Einzelne Bausteine in deiner Vereinsstrategie wie Barrierefreiheit, eine verbesserte Mobilität, Mädchen- oder Nachhaltigkeits-Spieltage oder Inklusion
  • Konkrete Vereinsevents oder -projekte wie Sommerfeste, Vereinsfahrten oder Trainingslager
  • Konkrete Vorhaben einzelner Mannschaften wie Turnierteilnahmen oder Ausstattung oder Equipment

Zusätzlich zu eurer Crowd gibt es auch einige Organisationen, die bestimmte Förderzwecke unterstützen. Durch Fördertöpfe oder Startfinanzierungen kannst du hier finanziell profitieren. Hier einige Beispiele:

Was sind meine Vorteile?

Dabei gibt dir deine individuelle Kampagnen-Seite im Gegensatz zu einem klassischen Spendenaufruf einige Vorteile:

  • Durch eine konkrete Laufzeit und ein klar kommuniziertes Ziel erreicht ihr eine höhere Motivation und ein größeres Verständnis bei den Unterstützer:innen.
  • Gleichzeitig erzeugt ihr Partizipation und ermöglicht den Unterstützer:innen, Teil von dem Vorhaben zu werden und sich stärker mit dem Verein zu identifizieren. Außerdem erhaltet ihr direktes Feedback zu eurem Projekt: Jede Unterstützung ist auch ein klares „Ja” für euer Vorhaben.
  • Durch das „Alles oder Nichts Prinzip” ist das Ziel ganz klar: Ihr wollt in dem definierten Zeitraum die Zielsumme erreichen. Andernfalls kann das Projekt nicht umgesetzt werden. Durch diese klare Botschaft und den positiven Zeitdruck erhöht ihr die Motivation bei den Unterstützer:innen deutlich. Sie unterstützen nicht „ins Blaue”, sondern haben die Sicherheit, dass ihr gespendetes Geld ausschließlich für das beschriebene Projekt eingesetzt wird. Durch diese Sicherheit erhöht sich auch die durchschnittliche Summe der Unterstützungen. Denn falls eure Kampagne nicht erfolgreich wird, erhält jede:r Unterstützer:in ihren Beitrag ohne Abzüge zurück und für euch fällt keine Servicegebühr an.
  • Wenn ihr Prämien einstellt könnt ihr euren Unterstützer:innen Gegenleistungen anbieten. Diese können materiell oder immateriell sein: Zum Beispiel ein Fanschal oder eine Trainingseinheit mit der ersten Mannschaft. Dabei könnt ihr auch Unternehmen oder bestehende Sponsoren einbinden, die euch Gutscheine für ihre Dienstleistungen zur Verfügung stellen – so profitieren alle Seiten.

Wie starte ich eine Crowdfunding-Kampagne?

Vorbereitung: Definiere klar das Ziel deiner Kampagne. Recherchiere erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnen, um von deren Erfahrungen zu lernen. Setze ein realistisches Finanzierungsziel und lege den Zeitrahmen fest. Entscheide dich für eine geeignete Crowdfunding-Plattform.

Planung: Erstelle eine überzeugende Projektseite mit einer klaren Beschreibung, Fotos, Videos und Grafiken. Kommuniziere deutlich, warum dein Projekt unterstützenswert ist, und welchen Nutzen Unterstützer:innen davon haben. Die Vorbereitungszeit sollte nicht zu kurz eingeschätzt werden, damit in der Laufzeit alles reibungslos klappt.

Umsetzung: Erstelle eine Marketingstrategie, um deine Crowdfunding-Kampagne bekannt zu machen. Nutze Social Media, um deine Reichweite zu erhöhen, und erstelle Inhalte, die die Aufmerksamkeit potenzieller Unterstützer auf sich ziehen.

Nach der erfolgreichen Finanzierung kannst du dein Vorhaben nun umsetzen und hast alle Supporter auf deiner Seite.


Du möchtest mehr erfahren? Fairplaid Sports ist ein Anbieter für Crowdfunding-Kampagnen im Sport. Hier kannst du dich jederzeit melden oder sogar direkt ein Projekt anlegen, skizzieren und schon einmal strukturieren. Du kannst über das Evaluations-Tool eine erste Einschätzung für dein Crowdfunding-Potential bekommen. Bei Fairplaid Sports evaluiert und plant ein Projekt-Coach mit dir dein Projekt, damit ihr perfekt vorbereitet in die Kampagne startet.

Schadstoffe im Sport: Wo sind die Gefahren?

Umweltschutz: Läufer mit Masken

Sport ist gesund

Sport ist gesund. Allein in Deutschland betreiben daher Millionen Menschen täglich Sport. Ein tragender Gesundheitsaspekt ist dabei, dass Bewegung und sportliche Aktivität unseren Kreislauf und unseren Stoffwechsel anregen. Dies betrifft auch unser Immun- und Entgiftungssystem (z.B. bestimmte Leber- und Nierenfunktionen). Vorausgesetzt natürlich, wir ernähren uns gesund und nehmen ausreichend Flüssigkeit zu uns.


If you want to read this article in English, please click here!


Eine Reihe weiterer, der Sportmedizin bekannten Faktoren, wirken sich positiv auf unseren Organismus und somit auf unser Leistungsvermögen aus. Hierzu zählt vor allem auch, was der Volksmund „frische Luft“ nennt. Die gängigste Definition von frischer Luft ist eine Kombination aus einer (sehr) guten Luftqualität und verschiedenen vitalisierenden Umweltfaktoren wie dem Sonnenlicht (Beispiel: Vitamin-D-Produktion).

Jedoch ist es leider auch so, dass sich die Luftqualität insbesondere in urbanen Zentren immer weiter verschlechtert. Einerseits ist der moderne Mensch, trotz der steten Verbesserung der Medizin, anfälliger gegenüber natürlichen  Umwelteinflüssen geworden, wie z.B. den Pollen, Sporen oder Viren. Andererseits treten auch menschengemachte Belastungen in deutlich höherem Ausmaß auf. Hierzu gehören auch Schadstoffe mit teilweise ernsten gesundheitlichen Folgen.

Neben diversen bekannten chemischen Verbindungen, die z.B. durch Altlasten in bestimmten Regionen oder durch Zusatzstoffe in Materialien auftreten können, sind auch neuere Belastungen wie zum Beispiel Nano- und Mikroplastik zu einem großen Thema geworden, das auch im Sport Einzug hält. Auf der einen Seite sehen wir im Sport immer mehr Überlegungen und Bemühungen, unser Verhalten möglichst gesund und umweltfreundlich zu gestalten und Kreisläufe im Sinne der Nachhaltigkeit zu schließen, so wird beispielsweise recyceltes Plastik dazu verwendet Kunstrasen herzustellen. Auf der anderen Seite können durch synthetische Materialien auch Schadstoffe in die Umwelt gelangen, die negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben können.

Welche Schadstoffbelastungen können beim Sport auftreten?

Schadstoffe gibt es viele. Gesetze, wie das Chemikaliengesetz (ChemG), die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), das Arbeits(platz)schutzgesetz (ArbSchG, ArbPlSchG) oder das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und weitere Direktiven sollen uns und unsere Umwelt schützen. Sie geben zum Beispiel Grenzwerte vor. Die so festgelegten erlaubten Höchstkonzentrationen der jeweiligen Stoffe im Wasser, in der Luft, im Boden und in Produkten müssen verbindlich eingehalten werden. Wegen der Vielfalt der (neuen und alten) Stoffe und ihres oft unbemerkten Auftretens, kommt es allerdings immer wieder zu Lücken, auch wenn das Schadstoffvorkommen flächendeckend erfasst und überwacht wird.

Die folgenden Beispiele zeigen (auf der Basis einer persönlichen fachlichen Einschätzung) eine Auswahl von Schadstoffen, die in diesem Zusammenhang im Sport relevant sein können.

Sportutensilien, insbesondere einige ältere Modelle, können diverse Schadstoffe enthalten, die entweder unbeabsichtigt aus der Umwelt in/auf die Materialien gelangen oder diesen aufgrund ihrer Funktionalität als Materialbestandteile beigemengt werden. Je nach Zusammensetzung der Sportutensilien, deren Beanspruchung und den Umgebungsbedingungen, können diese Stoffe dann nach der Auslieferung während der Nutzungsphase in unterschiedlichen Mengen wieder freigesetzt werden.

Die nachfolgenden Sportutensilien stegen daher im Verdacht häufig Schadstoffe zu enthalten:

  • Plastikflaschen und -Behälter: Kunststoffe enthalten neben strukturgebenden (Polymer-)Bestandteilen auch Zusatzstoffe wie Weichmacher, die je nach Substanzklasse und Formulierung, hormonelle Aktivität aufweisen können (#EndokrineDisruptoren). Wenn diese Stoffe z.B. über Getränke aufgenommen werden, kann dies zu hormonellen Ungleichgewichten führen und unseren Körper unter Umständen auch langfristig negativ beeinflussen.
  • Funktionsbekleidung aus Synthetik: Abgesehen von der Kunstfaser selbst können in Textilien u.a. Flammschutzmittel, Kleb- und Farbstoffe, oder Kunststoff-typische Chemikalien wie Phtalate, enthalten sein. Diese können über die Haut aufgenommen werden und kurzfristig Irritationen und Allergien begünstigen bzw. diese hervorrufen.
  • Weitere Sportutensilien (mit häufigem Hautkontakt) wie Bälle, Schläger, Matten, Brillen, Helme, Mundschutz, usw. können ebenfalls einige der zuvor genannten Schadstoffgruppen enthalten und unter Umständen zur Gesamtbelastung von Sportler:innen beitragen.

Wichtig zu beachten ist, dass die Gesetzgebung moderne Standards setzt, und dass das Verantwortungsbewusstsein verschiedener Hersteller die Verwendung von schädlichen Chemikalien in Sportutensilien reduziert (vergl. #CSR Directive, ISO/EN/DIN-Normen oder MAK-Werte der Berufsgenossenschaften). Wenn man  Sportausrüstung kauft ist es deshalb ratsam auf entsprechende Zertifizierungen und Hinweise auf schadstofffreie Materialien zu achten (siehe Abschnitt „Handlungsempfehlungen”). Zudem gibt es inzwischen einige weitere Initiativen und Unternehmen, die sich mit der (Weiter-)Entwicklung umweltfreundlicher und gesundheitsverträglicher Sportutensilien befassen.

Neben produktspezifischen Schadstoffvorkommen können auch potentielle Belastungen von Sportplätzen und öffentlichen Räumen gesundheitlich problematisch sein. Sie können z.B. durch Luftverschmutzung mehr oder minder stark beeinträchtigt werden. Schadstoffe aus Verkehrsquellen (insbesondere Verbrennermotoren), Industrieemissionen und weiteren Quellen, können sich in der Luft anreichern und auf Oberflächen, einschließlich Böden und Pflanzen, ablagern.

In einigen Fällen kann der Boden selbst kontaminiert worden sein, wie z.B. durch eine unsachgemäße Entsorgung von Abfällen, industrielle Aktivitäten oder andere Umweltbelastungen. Ein relevantes Beispiel für Letztere sind Pflanzenschutzmittel (#Pestizide), die in der Landwirtschaft, im Gartenbau oder bei der Pflege öffentlicher Räume (z.B. Parkanlagen und Grünflächen) verwendet werden und dort je nach Stoffgruppe längerfristig zu erhöhten Schadstoffkonzentrationen am/im Boden und vorübergehend auch in der Luft führen können.

Folgende potentielle Schadstoffquellen sind beim Sport im Freien möglich:

  • Sport an befahrenen Straßen bzw. in Smog-Gebieten: NOx, SOx, CO, Feinstaub (u. a. Rußpartikel) und Ozon.
  • Rasenflächen (einschließlich Parks und Golfplätze): unsachgemäße und/oder übermäßige Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln (z.B. durch Nutzung von Restbeständen inzwischen verbotener Stoffe/Mischungen)
  •  Kunststoffböden auf Freiplätzen: Phtalate, Flammenschutzmittel, Nano- und Mikroplastik können hier durch die mechanisch-physische Beanspruchung auch Jahre nach dem Verbau noch freigesetzt werden.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Freiplätze oder öffentlichen Räume zwangsläufig schadstoffbelastet sind. Viele Kommunen ergreifen Maßnahmen bzw. sind nach (Altlasten-)Erkundung dazu verpflichtet, die Auswirkungen auf Menschen und Umwelt einzudämmen und die Qualität ihrer öffentlichen Räume sicherzustellen.

Zusätzlich zu Freiräumen sind insbesondere auch die Belastung von Sporthallen und Innenräumen zu beachten. Diese können verschiedene Ursachen haben. Unterschiedliche Materialien, aus denen Sporthallen und Innenräume errichtet wurden, können dabei Schadstoffe enthalten und freisetzen. Dies kann von Farben, Lacken, Bodenbelägen, Dichtungsmitteln, Möbeln und anderen Baumaterialien ausgehen. Insbesondere ältere Gebäude könnten mit Materialien errichtet worden sein, die heute als gesundheitsschädlich bekannt oder sogar verboten sind. Wenn bestimmt Reinigungsprodukte und Desinfektionsmittel in Innenräumen verwendet werden, kann dies zu einer zusätzlichen Belastung mit schädlichen Chemikalien führen.

Nachfolgend werden potentiellen Schadstoffquellen im Innenbereich augelistet:

  • Sporthallen mit Kunststoffboden (inklusive Teppichböden): Phtalate und Phenole können als flüchtige Verbindungen in die Raumluft gelangen. Nano- und Mikroplastik können durch Abrieb aufgewirbelt und eingeatmet werden.
  • Sporthallen mit Holzboden (z.B. Parkett) bzw. Holzdecken: Holzschutzmittel (Biozide) wie das inzwischen verbotene Pentachlorphenol (PCP) und Lindan kommen aufgrund ihrer Langlebigkeit weiterhin häufiger vor und können sich daher in schlecht belüfteten Räumlichkeiten anreichern.
  • Ältere Gebäude: Persistente Organische Schadstoffe (POPs) wie Polychlorierte Biphenyle (#PCBs), Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (#PAHs), Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (#PFCs bzw. #PFAS), Dioxine und Furane oder schädliche Fasern wie Asbest oder künstliche Mineralfasern (KMF) älteren Datums bzw. in bestimmten Größenverhältnissen.
  • Regionale Besonderheiten: Ein schädliches chemisches Element, das in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit erhielt, ist Radon. Radon ist Teil der natürlichen Erdstrahlung und strömt in bestimmten Regionen Deutschlands in erhöhten Konzentrationen aus dem Erdreich. Aktuell arbeitet man an einer #Radonkarte, die diese Gebiete ausweist und in denen ggf. eine Radonbestimmung angeraten wird.

Es ist wichtig zu betonen, dass moderne Baustandards und Umweltvorschriften dazu anhalten bzw. vorgeben, die Verwendung schädlicher Materialien zu begrenzen. Neuere Gebäude und Renovierungen berücksichtigen diese Umweltaspekte in der Regel im Voraus und legen dabei Wert auf eine gute Raumluftqualität (z.B. durch Lüftungen mit Wärmerückgewinnung). Es ist daher ratsam, bei der Auswahl von Baumaterialien, Reinigungsprodukten und Sportausrüstungen auf umweltfreundliche und schadstoffarme Optionen und Siegel zu achten, um die Belastung von Anfang an zu minimieren.

Auswirkungen der Schadstoffbelastung und Handlungsempfehlungen

Abgesehen von der bereits vorhandenen Schadstoffbelastung unseres Körpers (vgl. #HumanesBiomonitoring) können wir beim Sport also zusätzlichen Schadstoffen ausgesetzt sein. Nehmen wir diese auf, sind messbare negative Folgen für unsere Gesundheit vorprogrammiert. Die Folgen können dabei von geringfügigen Leistungseinbußen bis hin zu ernsthaften Langzeitrisiken reichen.

Daher sollten Sie als Sporttreibende, als Sportverein und als Fan das Thema auf dem Schirm haben und gegebenenfalls mit folgenden Maßnahmen einen Beitrag zur Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Sportler:innen und Zuschauer:innen leisten:

  • Wenn Sie Sportausrüstung kaufen, sollten Sie darauf achten, umweltfreundliche Produkte zu wählen, die frei von schädlichen Chemikalien sind. Dies gilt insbesondere für Schuhe, Trikots und andere Artikel, die direkt mit der Haut in Kontakt kommen.
  • Eine gute Belüftung von Innenräumen, aber auch großen Stadien, kann entscheidend dazu beitragen, Schadstoffbelastungen zu reduzieren. Es ist auch möglich, die Raumluftqualität mit kostengünstigen Messgeräten auf bestimmte Schadstoffe (z.B. flüchtige organische Verbindungen, VOCs) zu prüfen. Für Außengelände stehen hier sogenannte Air Quality Index (AQI) Apps zur Verfügung, in denen die Luftqualität eines bestimmten Standorts für ausgewählte Parameter angezeigt wird.
  • Wenn ein Verein neue Sportanlagen oder Renovierungen plant, sollte er auf nachhaltige Baustandards und Materialien setzen. So kann er beispielsweise geprüfte Baustoffe, nicht-flakernden Beleuchtungssystemen sowie effiziente Belüftungssysteme verwenden.
  • Sportanlagen regelmäßig zu reinigen und zu warten ist wichtig, um schädliche Ablagerungen zu minimieren. Umweltfreundliche Reinigungsprodukte zu verwenden, hilft dabei, die Belastung mit schädlichen Chemikalien zu minimieren. Im Verdachtsfall gibt aber auch eine kostengünstige Laborprobe Aufschluss über mögliche Kontaminationen.

Zudem ist ein entscheidender Faktor das Bewusstsein zu bilden. Sportvereine können ihre Mitglieder, Trainer:innen und Mitarbeiter:innen sensibilisieren. So können Sie jederzeit und mit einfachen Mitteln selbst aktiv werden.


Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit! Wenn Sie über LinkedIn in Kontakt mit dem Autor Dr. Aennes Abbas treten möchten geht es hier lang.

Nachhaltige Produkte und der Product Carbon Footprint – Einige Fakten

Fairtrade Produkte: Ball aus Holz

Tiefergehendes Verständnis nachhaltiger Produktentwicklung

Um sich damit auseinanderzusetzten, was nachhaltige Produkte ausmacht und wie man richtige Entscheidungen fällt, kann es Sinn machen, sich mit nachhaltiger Produktentwicklung zu beschäftigen. Es geht darum, ein tiefgehendes Verständnis für die Elemente und Zusammenhänge zu entwickeln, die Nachhaltigkeit fördern und verhindern.

Aufklärung: Was ist nachhaltige Produktentwicklung?

Nachhaltige Produktentwicklung bezieht sich auf den Prozess, bei dem Produkte so entwickelt werden, dass sie den Bedürfnissen des späteren Nutzers entsprechen, ohne die Ressourcen der Erde über zubeanspruchen und die Lebensqualität zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen. Dies umfasst die Überlegungen zu den Auswirkungen des Produkts auf die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft während seiner gesamten Lebensdauer.

Nachhaltige Produktentwicklung beinhaltet die Verwendung von nachhaltigen Materialien und Prozessen, eine effiziente Nutzung von Ressourcen, die Minimierung von Abfällen und die Vermeidung von schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt. Es geht auch darum, Produkte zu entwickeln, die langlebig und reparierbar sind, um ihre Lebensdauer zu verlängern.

Ziel ist es, Produkte zu entwickeln, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden, ohne gleichzeitig die Umwelt zu belasten. Dies kann durch eine gründliche Überprüfung der Lieferkette, der Rohstoffgewinnung und der Produktionsprozesse erreicht werden. Es stellt sich die Frage nach einem Maß, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Der Product Carbon Footprint als Maß der Dinge

Der „Product Carbon Footprint“ (PCF) ist ein Maß für die Menge an Treibhausgasemissionen, die direkt oder indirekt im Zusammenhang mit der Produktion, Nutzung und Entsorgung eines Produkts freigesetzt werden. Der PCF bildet die CO2-Äquivalente ab, die durch die gesamte Lebenszyklus-Phase des Produkts verursacht werden, einschließlich Rohstoffgewinnung, Herstellung, Verpackung, Transport, Nutzung und Entsorgung. Es hilft Unternehmen und Verbrauchern, den Umweltfußabdruck eines Produkts zu verstehen und zu bewerten und Entscheidungen zur Reduzierung der Umweltauswirkungen zu treffen.

Der Product Carbon Footprint von Baumwolle variiert je nach Produktion und kann von sehr niedrig bis sehr hoch reichen. Ein großer Teil des Carbon Footprints von Baumwolle resultiert aus den Prozessen zur Bodenbereitung, Düngung, Pestizideinsatz und Bewässerung.

Laut einer Studie des Stockholm Environment Institute beträgt der durchschnittliche Product Carbon Footprint für Baumwolle etwa 3,2 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm Baumwolle. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass dies je nach Herstellung, Region und Art der Baumwolle unterschiedlich sein kann.

Nachhaltig produzierte Baumwolle kann jedoch einen wesentlich niedrigeren Carbon Footprint haben. Beispielsweise kann der Einsatz von organischer Landwirtschaft, wassersparenden Technologien und umweltfreundlichen Pestiziden dazu beitragen, den Footprint zu reduzieren.

Es ist wichtig, bei der Auswahl von Baumwollprodukten sicherzustellen, dass sie aus nachhaltiger Produktion stammen und dass der Carbon Footprint so niedrig wie möglich ist.

Wie sieht es beim Upcycling aus?

Der Carbon Footprint beim Upcycling kann folgendermaßen ermittelt werden:

  • Bestimmung der CO2-Emissionen, die bei der Sammlung, dem Transport und der Aufbereitung des Materials anfallen
  • Ermitttlung der CO2-Emissionen, die bei der Herstellung der neuen Produkte anfallen, einschließlich Energie- und Rohstoffverbrauch und Abfallentsorgung

Um Upcycling nach ökologischen Gesichtspunkten messbar zu machen, kann der Nettonutzungseffekt betrachtet werden. Der Nettonutzungseffekt (auch Netto-Ressourceneffekt genannt) bezieht sich auf den Unterschied zwischen den Ressourcen, die bei der Herstellung eines neuen Produkts und bei der Verwertung von Abfällen aufgewendet werden. Es misst den Effekt, den Upcycling und Abfallvermeidung auf die Nachhaltigkeit haben.

Vergleich verschiedener Materialien

Hier eine Liste von einigen Materialien mit den Schätzungen zum CO2-Fußabdruck, basierend auf der Studie des Stockholm Environment Institute:

  • Recyceltes Papier: 0,2 kg CO2-Äquivalent
  • Hanf oder Leinen: 0,4 kg CO2-Äquivalent
  • Zement: 0,8 kg CO2-Äquivalent
  • Papier: 1,3 kg CO2-Äquivalent
  • Stahl: 1,5 kg CO2-Äquivalent
  • Holz: 2 kg CO2-Äquivalent
  • Bio-Baumwolle: 2 kg CO2-Äquivalent
  • Bio-Kunststoffe: 3 kg CO2-Äquivalent
  • Baumwolle: 3,2 kg CO2-Äquivalent
  • Polyethylen: 4 kg CO2-Äquivalent
  • Aluminium: 15,2 kg CO2-Äquivalent

Es ist wichtig zu beachten, dass dies Schätzungen sind, und dass die tatsächlichen Zahlen je nach Produktionsverfahren und Lieferkette stark variieren können. Außerdem ist es wichtig, bei der Bewertung von Endprodukten die gesamte Lieferkette zu berücksichtigen, einschließlich der Herstellung, des Transports und der Entsorgung, um ein vollständiges Bild des Carbon Footprint zu erhalten.

Betrachtung der gesamten Lieferkette

Die Lieferkette zu analysieren und anschließend nachhaltig zu gestalten erfordert Zeit und Engagement. Hier sind einige Maßnahmen, um die Lieferkette umzugestalten:

  • Transport: Optimieren Sie die Transportwege, um die CO2-Emissionen zu reduzieren und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren.
  • Abfallmanagement: Verwenden Sie effiziente Abfallmanagement-Systeme, um Abfälle zu reduzieren und zu recyceln.
  • Materialien und Rohstoffe: Verwenden Sie nachhaltige Materialien und Rohstoffe, um die Umweltauswirkungen der Gewinnung von Rohstoffen zu minimieren.
  • Energieeffizienz: Verwenden Sie energieeffiziente Prozesse und Technologien, um den Energieverbrauch in der Produktion zu reduzieren.

Gerade für Sportvereine, und insbesondere kleinere, ist eine Analyse der gesamten Lieferkette nicht darstellbar, weswegen andere Maßnahmen sinnvoll sein können.

Bewusstsein, aber kein Kopfzerbrechen

Es macht immer Sinn über die Effekte Bescheid zu wissen, die ein Produkt nachhaltig machen. Um sich bei der Auswahl von nachhaltigen Produkten unterstützen zu lassen kann das Achten auf Zertifizierungen sinnvoll sein. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Was genau wird zertifiziert? Auch Kompensationsmaßnahmen sind hoch im Kurs. Aber auch hier wird oft etwas vermittelt, was nicht ganz der Wahrheit entspricht. Unterm Strich geht es darum, Bewusstsein zu schaffen, was ein nachhaltiges Produkt ausmacht. So kann der Kunde, zum Beispiel ein Sportverein, ohne Kopfzerbrechen erste Schritte gehen und auf nachhaltigere Produkte setzen.


Du möchtest mehr erahren? Schau gerne auf Instagram oder Linkedin auf dem Profil von Felix vorbei und erfahre mehr über Nachhaltigkeit im Sport.

Engagement und Ehrenamt – Einige Ideen

Kultur: Zwei hände greifen in einander

Ehrenamtliches Wirken im Sportverein

In vielen Sportvereinen ist das soziale Engagement auf Basis des ehrenamtlichen Wirkens der Mitglieder seit je her Teil der Vereins-DNA. Jugendförderung, Integration und weitere Aufgaben werden von Vereinen wie selbstverständlich umgesetzt. Dabei kann soziales Engagement helfen, neue Mitglieder für den Verein zu gewinnen, junge Menschen zu begeistern und so die langfristige Stabilität neben der Erreichung des Vereinszwecks zu fördern. Im Folgenden werden einige Ideen skizziert.

Was versteht man unter sozialem Engagement im Sport?

Soziales Engagement im Sport bedeutet, dass sich Sportvereine und Organisationen aktiv mit sozialen Fragen und Herausforderungen auseinandersetzen und sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen benachteiligter Menschen einsetzen. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen. Wir haben einige Beispiele herausgesucht:

  • Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit ist in der Regel die Jugendbetreuung und -förderung. Dies ist in der Regel die Kernkompetenz vieler Vereine.  
  • Durch öffentliche Aktionen und Kampagnen das Bewusstsein der Menschen für soziale Fragen und Herausforderungen schärfen.
  • Durch Unterstützung und Förderung der Eingliederung und Integration von Menschen mit Fluchthintergrund oder Behinderungen in den Spielbetrieb. Im Rahmen der Flüchtlingskrise haben sich besonders die kleinen Vereine vor Ort in diesem Feld betätigt.
  • Durchführung sozialer Projekte und Initiativen, die sich an benachteiligte Menschen richten innerhalb des Vereins oder der Organisation.
  • Mitwirkung bei Umwelt- und Naturschutzprojekten
  • Durch die finanzielle Unterstützung von sozialen Projekten oder Organisationen, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von benachteiligten Menschen einsetzen. Siehe hierzu zum Beispiel die The UEFA Foundation for Children oder die Matthias Ginter Stiftung.
  • Schaffung einer barrierefreien Spielstätte, so dass auch Menschen mit Behinderungen aktiv am Leben im Verein, zum Beispiel als Zuschauer oder Ehrenamtlicher, teilhaben können
  • Die Schaffung von Bildungsmöglichkeiten sowie die Integration von benachteiligten Gruppen in den Arbeitsmarkt. Hier kann beispielsweise eine Partnerschaft mit Schulen oder Bildungseinrichtungen eine sinnvolle Maßnahme sein.

Klar ist aber auch, dass im Amateurbereich oft nicht das Geld vorhanden ist, um finanziell zu unterstützen oder nicht die Strukturen, um Angebote zu schaffen. Beispielweise kann der Verein aber auch eine Spendenaktion durchführen und so motivieren, anstatt selbst finanzielle Mittel zu mobilisieren. Insbesondere die kleinen Schritte im Amateurbereich sind wichtig, da hier der Großteil der Vereinsarbeit geleistet wird. Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Organisationen zur Förderung sozialer Ziele ist immer sinvoll.

Sensibilisierung anhand „Zeig Rassismus die rote Karte“

Die Aktion „Zeig Rassismus die Rote Karte“ war eine Initiative, die darauf abzielt, Rassismus im Sport insbesondere im deutschen Fußball und in der Gesellschaft zu bekämpfen. Sie richtet sich vor allem an Sportvereine, Sportverbände, Schulen und andere Organisationen, die sich für die Förderung von Fairplay und Toleranz einsetzen möchten. Hier die Ziele der Kampagne:  

  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Rassismus und die negativen Auswirkungen, die es auf die betroffenen Menschen hat.
  • Unterstützung von betroffenen Menschen und die Förderung ihrer Integration in die Gesellschaft.
  • Ermutigung von Sportvereinen, Sportverbänden und anderen Organisationen, sich aktiv gegen Rassismus zu engagieren und Maßnahmen zu ergreifen, um Rassismus zu bekämpfen.

Erreicht wurde dies durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen. In den Stadien der Bundesliga erhielten die Zuschauer Rote Karten, auf denen stand: „Zeig dem Rassismus die Rote Karte“. Die Karten wurden in dann von allen im Stadion gemeinsam hochgehalten. Auch die Spieler beteiligten sich an der Aktion.

Wie setzt man Barrierefreiheit um?

Die Optionen für ein Engagement im Sport sind so vielfältig, wie die Menschen, die den Sport lieben. Hier einige Ideen, wie du Barrierefreiheit umsetzen kannst:

  • Schaffung der behindertengerechten Zugänglichkeit und Barrierefreiheit durch zum Beispiel Rampen.
  • Unterstützung der Menschen mit Behinderung durch besondere Angebote und Hilfestellung. Zum Beispiel einen Abholservice am Spieltag.
  • Spezielle Angebote für Menschen mit Behinderungen, wie besondere Sportgruppen.

Insbesondere beim Thema Barrierefreiheit kann die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen hilfreich sein. Man kann die Stadt ansprechen und um eine Kostenübernahme bitten. Bei der Unterstützung der Menschen mit Behinderung kann es besonders sinnvoll sein, die sozialen Träger miteinzubeziehen, da die Arbeit mit Menschen mit Behinderung viel Erfahrung braucht und häufig auch zeitintensiv ist.

Ehrenamt als Schlüssel im Bereich soziales Engagement

Inwiefern ein Verein sich sozial engagieren kann liegt in der Regel am ehrenamtlichen Engagement. Das ehrenamtliche Engagement spielt im deutschen Vereinswesen eine sehr wichtige Rolle. Es ist der Antrieb für viele Vereine und trägt wesentlich zur Förderung und Unterstützung kultureller, sportlicher und sozialer Aktivitäten bei. Ehrenamtliche Helfer organisieren Veranstaltungen, leiten Projekte, übernehmen Verwaltungsaufgaben und tragen so zur Realisierung der Vereinsziele bei. Außerdem sind sie oftmals ein wichtiger Teil der Gemeinschaft und fördern soziale Kontakte und den Zusammenhalt innerhalb des Vereins und mit anderen Institutionen.

Gleichzeitig fällt auf, dass es in den letzten Jahren einen Rückgang des ehrenamtlichen Engagements in Deutschland gegeben hat. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen. In unserer schnelllebigen Gesellschaft fällt es vielen Menschen schwer, Zeit für ehrenamtliches Engagement zu finden. Der Fokus liegt oft auf Beruf und Familie, so dass für andere Aktivitäten kaum noch Zeit bleibt. Ehrenamtliches Engagement wird häufig nicht ausreichend gewürdigt und wertgeschätzt. Viele Menschen fühlen sich daher nicht motiviert, ihre Freizeit zu opfern, ohne dafür ausreichende Anerkennung zu erfahren. Ehrenamtliches Engagement kann mit einem hohen Verantwortungsdruck verbunden sein. Dies kann für viele Menschen eine abschreckende Wirkung haben. Zu guter Letzt ist der demografische Wandel ein Katalysator. Mit dem Alter nimmt häufig auch die Bereitschaft zur Übernahme von ehrenamtlichen Tätigkeiten ab.

Um den Rückgang des ehrenamtlichen Engagements zu bekämpfen, ist es wichtig, den Menschen Anreize zu bieten und ihre Arbeit zu würdigen. Hier kann die Professionalisierung im Vereinswesen ein Schlüssel sein, um Frust zu vermeiden. Die Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement müssen verbessert werden, um es für die Menschen attraktiver und umsetzbar zu machen. Der Fokus auf besondere Gruppen kann helfen. Aktive (Früh-)Rentner sind schon heute oft tragende Säulen des Vereinslebens. Auch junge Menschen die einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren möchten, können eine Schlüsselrolle spielen.

Zwischenmenschliche Beziehungen und Motivation

Zwischenmenschliche Beziehungen und ihr Einfluss auf die Motivation können sehr stark sein. Positive soziale Interaktionen und ein Gefühl der Zugehörigkeit und Wertschätzung können die Motivation steigern und Menschen dazu inspirieren, sich ehrenamtlich zu engagieren und an Gemeinschaftsprojekten teilzunehmen. Umgekehrt kann ein negatives soziales Umfeld oder ein Gefühl der Nicht-Willkommenheit die Motivation beeinträchtigen und dazu führen, dass Menschen sich nicht engagieren. Daher ist es wichtig, dass Vereine und Organisationen ein inkludierendes und unterstützendes soziales Umfeld schaffen, in dem sich Menschen willkommen und geschätzt fühlen. Dies kann durch regelmäßige Treffen, Kommunikation und Anerkennung der Leistungen erreicht werden. Insgesamt kann man sagen, dass zwischenmenschliche Beziehungen einen wesentlichen Einfluss auf die Motivation haben, sich ehrenamtlich zu engagieren, und daher eine wichtige Rolle in der Förderung und Aufrechterhaltung des ehrenamtlichen Engagements spielen.


Du möchtest mehr erahren? Schau gerne auf Instagram oder Linkedin auf dem Profil von Felix vorbei und erfahre mehr über Nachhaltigkeit im Sport.

Der Fußball auf dem Weg zur Müllfreiheit – Vorreiter sein, aber wie?

Nachhaltigkeit: Biotonne auf Fußballfeld

Umgang mit großen Abfallmengen

Bei Bundesligaspielen und anderen großen Sportveranstaltungen fallen oft erhebliche Abfallmengen an. Bundesligaspiele ziehen Tausende von Fans an, die sich in großen Menschenmengen versammeln und Speisen und Getränke konsumieren. Diese werden häufig in Einwegverpackungen wie Plastikbechern, Pappschalen und Plastiktüten serviert. Fehlende Recycling- und Mülltrennungsmöglichkeiten an den Veranstaltungsorten verschärfen das Problem oft noch. Aber auch Werbeaktionen, bei denen Sponsoren Broschüren, Flyer und anderes Werbematerial verteilen, stellen ein Problem dar.

Herangehensweise der TSG 1889 Hoffenheim

Seit Anfang Mai 2023 ist das Stadion der TSG 1889 Hoffenheim (PreZero Arena als erstes Fußballstadion der Bundesliga mit dem Zero-Waste-Zertifikat des TÜV Süd ausgezeichnet. Das heißt natürlich nicht, dass gar kein Müll mehr anfällt. Aber immerhin 87 Prozent der Masse, das entspricht rund 3,6 Tonnen Abfall, werden gesammelt und wiederverwertet.
Möglich wurde das mit der Zusammenarbeit des zur Schwarz Gruppe gehörenden Entsorger PreZero, der auch gleichzeitig Namensgeber des Stadions ist.
Seitdem gibt es neben Pfandbechern auch Mülleimern mit getrennten Behältern für verschiedene Stoffe wie Kunststoff und Papier. Sogar der Rasenschnitt wird wiederverwertet. Aus ihm wird Papier für Autogrammkarten hergestellt. Essensreste landen im Kompost und werden in Biogasanlagen gebracht. PreZero hat weiterhin großes vor. So wollen sie auch das Stadion von Liga-Konkurrent RB Leipzig zu einer Zero-Waste-Arena machen. Auch die TSG Hoffenheim will sich weiterentwickeln und der erste Zero-Waste-Club der Liga werden.

Transparenz als Schlüssel der Transformation

Das aktuelle Sigel hat die Farbe Bronze und wird ab einer Recyclingrate von 85 Prozent vergeben. Das bedeutet, dass 85 Prozent der Wertstoffe wiederverwertet werden. Die gesammelten Kunststoffe werden zum Beispiel in einer nahe gelegenen Sortieranlage sortiert. Der sortenreine Kunststoff wird dann weiterverarbeitet und gelangt so wieder in den Kreislauf.

Für Silber müssen 90 Prozent und für Gold 95 Prozent erreicht werden. Grundsätzlich muss ein Umdenken stattfinden. Abfälle sollten nicht als Müll, sondern als Rohstoffe für neue Produkte gesehen werden. Das der Verein auf Nachhaltigkeit setzt, finden die Mitglieder gut. So haben in einer Umfrage 78,3 Prozent angegeben, dass ihnen Nachhaltigkeit im Stadion sehr wichtig wäre. Der Durchschnittswert aller Fußball-Bundesligisten liegt bei 61,1 Prozent.

Auch die ersten Daten wurden veröffentlicht. Im ersten Quartal wurden in der PreZero Arena 52,33 Tonnen Wertstoffe gesammelt und wiederverwertet, recycelt, kompostiert oder vergoren. 7,63 Tonnen gingen in die Müllverbrennung, was einer Recyclingquote von 87 Prozent entspricht. Derzeit werden zwölf verschiedene Abfallarten gesammelt und verwertet. Im Stadion wurden 180 Behälter zur Mülltrennung aufgestellt. Weitere 25 Trennsysteme gibt es in den Kiosken und anderen internen Bereichen.

Aufklärung: Wie kann mein Verein aktiv werden?

Abfallvermeidungs- und Abfalltrennungsstrategien in Sportvereinen einzuführen ist nicht nur umweltfreundlich, sondern kann auch die Gemeinschaftsbildung stärken und Ressourcen sparen. Hier findest du einige Möglichkeiten, wie du Verantwortliche bei Sportvereinen motivieren kannst, diese Maßnahmen zu ergreifen:

  • Organisiere Sportveranstaltungen, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Vermeide Einwegplastik und stelle Recyclingstationen für Zuschauer und Teilnehmer bereit.
  • Stelle Recyclingbehälter an allen strategisch wichtigen Orten im Vereinsgelände auf, damit Mitglieder ihre Abfälle leicht trennen können. Eine einfache und klare Kennzeichnung erleichtert die Nutzung.
  • Organisiere Workshops, Vorträge oder Informationsveranstaltungen, um die Mitglieder des Sportvereins über die Bedeutung von Müllvermeidung und Mülltrennung aufzuklären. Zeige auf, wie Abfall die Umwelt beeinflusst und wie kleine Änderungen große Auswirkungen haben können.
  • Plane Müllsammelaktionen, damit dein Sportgelände und die Umgebung sauber bleiben. So kann man eine Vorbildfunktion einnehmen.
  • Belohne Mitglieder, die sich aktiv an Müllvermeidung und Mülltrennung beteiligen. Das können kleine Belohnungen, Anerkennungen oder so etwas sein.
  • Bilde Teams oder Arbeitsgruppen innerhalb des Vereins, die sich speziell mit Abfallvermeidungs- und Abfalltrennungsstrategien beschäftigen. Diese Gruppen können Ideen sammeln, Maßnahmen planen und die Umsetzung überwachen.
  • Kooperiere mit nachhaltigen Unternehmen oder Sponsoren, die umweltfreundliche Produkte unterstützen. Dies kann das Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Verein stärken.

Der Mehrwert von Nachhaltigkeit

Fortschritte festhalten und Erfolgsgeschichten über Müllvermeidung und Mülltrennung im Verein austauschen. Das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen kann die Motivation aufrechterhalten. Wenn du diese Maßnahmen anwendest, kannst du die Verantwortlichen in den Sportvereinen ermutigen, Müllvermeidung und Mülltrennung zu fördern. Durch das gemeinsame Engagement der Mitglieder kann der Verein einen positiven Beitrag für die Umwelt leisten und gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl stärken.


Du möchtest mehr erahren? Schau gerne auf Instagram oder Linkedin auf dem Profil von Felix vorbei und erfahre mehr über Nachhaltigkeit im Sport.