Upcycling-Design >Schlagfertig!< inspiriert von der Tennisspieler Billie Jean King


Es gibt Objekte, die mehr erzählen, als man ihnen auf den ersten Blick ansieht. Ein alter Tennisschläger etwa: abgenutzt, vielleicht schon Jahrzehnte alt, längst aus dem Spiel genommen. Doch genau hier beginnt die Geschichte des Designobjekts >Schlagfertig!<. Ein Upcycling-Projekt, das sportliche Leidenschaft, gesellschaftliche Haltung und kreative Nachhaltigkeit verbindet. Es ist inspiriert von einer Frau, die den Tennissport – und weit darüber hinaus – revolutionierte: Billie Jean King.

Billie Jean King wurde 1943 als Billie Jean Moffitt in Long Beach, Kalifornien geboren. Ihre ersten Erfahrungen mit dem Tennissport sammelte sie nicht in einem eleganten Country Club, sondern auf öffentlichen Hartplätzen in ihrer Heimatstadt. Ihre Eltern konnten sich keine Clubmitgliedschaft leisten – also brachte sie sich das Spiel unter einfachen Bedingungen selbst bei. Später sagte sie, genau das habe ihr geholfen, sich durchzubeißen. Schon als Kind fühlte sie sich ausgegrenzt, wusste aber: Wenn sie an sich glaubt, verdient sie auch Respekt – und den wollte sie sich hart erarbeiten.

Mit nur 17 Jahren gelang ihr 1961 der internationale Durchbruch. Gemeinsam mit Karen Hantze gewann sie das Damen-Doppel in Wimbledon – sie waren das jüngste Siegerinnen-Duo in der Geschichte des Turniers.

In den Jahren 1966 bis 1968 gewann Billie Jean King dann dreimal hintereinander den Einzeltitel in Wimbledon. 1968, im ersten Jahr der sogenannten Open Era, in dem auch Profis bei Grand-Slam-Turnieren antreten durften, wurde sie die erste weibliche Siegerin von Wimbledon. Trotz ihrer sportlichen Leistungen wurde sie jedoch nicht mit dem gleichen Respekt behandelt wie ihre männlichen Kollegen. Sie erkannte früh, dass Frauen im Tennis systematisch benachteiligt wurden – doch statt sich damit abzufinden, entschied sie sich, dagegen anzukämpfen.

1970 schloss sie sich mit acht weiteren Tennisspielerinnen zur Gruppe der „Original 9“ zusammen. Gemeinsam protestierten sie gegen die massive Ungleichbezahlung im Profitennis und unterschrieben symbolisch Verträge über jeweils einen Dollar, um ein eigenes Turnier zu gründen. Daraus entstand später die Virginia Slims Tour – der Grundstein der heutigen Women’s Tennis Association (WTA).


  • Billie Jean King: Frauen bekommen nur Aufmerksamkeit, wenn sie sich bewähren

Drei Jahre später, 1973, folgten entscheidende Schritte: Billie Jean King gründete die WTA und sorgte noch im selben Jahr dafür, dass die US Open als erstes Grand-Slam-Turnier Männern und Frauen das gleiche Preisgeld zahlten. Im selben Jahr trat sie auch zum „Battle of the Sexes“-Match gegen Bobby Riggs an. Riggs, ein ehemaliger Wimbledon-Champion, behauptete öffentlich, dass keine Frau ihn schlagen könne – selbst im Alter von 55 Jahren. Vor 30.000 Zuschauern im Stadion und rund 90 Millionen vor den Bildschirmen besiegte King ihn souverän in drei Sätzen. Als ironischer Kommentar auf den Sexismus, dem sie im Sport immer wieder begegnete, ließ sie sich vor dem Match in einer Sänfte von muskelbepackten Männern ins Stadion tragen.

Auch in ihrer späten Karriere blieb sie erfolgreich, kämpfte aber zunehmend mit Knieproblemen. 1981 wurde sie gegen ihren Willen öffentlich geoutet, als eine ehemalige Assistentin ihre langjährige Beziehung publik machte. Viele Sponsoren wandten sich von ihr ab – doch anstatt sich zurückzuziehen, begann sie offen über ihre Sexualität zu sprechen. Sie wurde zu einer wichtigen Stimme für die LGBTQ+-Community und fand auf lange Sicht auch dafür großen Respekt.

In ihren späteren Jahren wurde sie für ihre sportlichen und gesellschaftlichen Leistungen vielfach geehrt. 2006 benannte der US-Tennisverband das USTA National Tennis Center in New York, Austragungsort der US Open, nach ihr – ein Zeichen der Anerkennung für ihre Verdienste um den Tennissport. 2009 verlieh ihr US-Präsident Barack Obama die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten. In ihrer 2021 veröffentlichten Autobiografie All In spricht Billie Jean King offen über ihre Kämpfe mit Identität, Ruhm und dem ständigen gesellschaftlichen Druck – und zeigt dabei, dass ihr Engagement weit über den Tennisplatz hinaus Wirkung entfaltet hat.


  • Grafik: Instagram-Logo, klickbar zum Profil

Das Upcycling-Projekt >Schlagfertig!< greift die Geschichte von Billie Jean King auf. Ein alter Holz-Tennisschläger – wie ihn King einst benutzte – wird hier nicht entsorgt, sondern transformiert. Er verliert seine ursprüngliche Funktion, gewinnt dafür eine neue Bedeutung: vom Sportgerät zum Symbol für Selbstbestimmung und Kreativität.

Der Prozess ist einfach, aber wirkungsvoll: Die alte Bespannung wird entfernt, der Rahmen gereinigt und ein Stück Holz zurecht gesägt und in die Öffnung eingesetzt. Dieses Holz wird mit Tafelfarbe gestrichen, sodass es zu einer beschreibbaren Fläche wird. Darauf findet eine inspirierende Botschaft Platz. Ein Spiegel oberhalb der Botschaft rundet das Design ab. So entsteht ein Objekt, das nicht nur schön anzusehen ist, sondern täglich daran erinnert, dass Wandel möglich ist – im Design, im Denken, im Leben.


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